Neue Heimat Orient. Ausländer in Marrakech

Diese 30minütige Dokumentation beschäftigt sich mit dem Phänomen der Gentrification: in den letzten zehn Jahren haben einige hundert Europäer ein Haus in der Altstadt von Marrakech erworben, restauriert und bezogen. Ist diese europäische "Kultur-Insel" inmitten einer islamischen Altstadt ein Modell für ein interkulturelles Zusammenleben oder betreiben die Europäer lediglich eine Art Neo-Kolonialismus, der nicht über Waffen, sondern über Ökonomie ausgeübt wird?
18 Studierende sind diesen Fragen nachgegangen. Der Beitrag zeigt neben einem Portrait von Marrakech die Studierenden bei der Arbeit und beim Erkunden der fremden Stadt, es gibt Beispiele originalgetreuer und "orientalisierender" Häuser, Marokkaner und zugezogene Europäer kommen zu Wort und beschreiben ihre Sichtweise des Gentrification-Prozesses, die Studierenden berichten über ihre fachlichen und persönliche Eindrücke, und erste Ergebnisse werden vorgestellt.

Ein Film von Helge Weichmann
Länge: 30 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
Produktion: 2000/2001

     
 

 

1001 Nacht auf Bestellung. Massentourismus in Tunesien

Überfüllte Strände und riesige Hotelanlagen sind nur die äußeren Auswirkungen des Massentourismus. Doch wie verändert sich die Gesellschaft des Landes in ihrem Inneren, welche Ausprägungen hat der Tourismus in jüngster Zeit? Eine dreiwöchige Exkursion quer durch Tunesien wirft einen Blick hinter die Kulissen des Massentourismus: Häuserkauf in Tunis und Umgebung, das Künstlerdorf Sidi Bou Said, eine Fahrt über den Salzsee Chott el Djerid, Filmtourismus mit Drehorten von "Star Wars" und dem "Englischen Patienten", die Wüste als Ware, ein "Sahara-Abend" als Touristenshow. Beeindruckende Bilder beim Ritt mit einer Kamelkarawane, einer Jeeptour durch die Wüste und bei einem Motordrachen-Flug über die Sahara.

Ein Film von Helge Weichmann
Länge: 30 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
Produktion: 2001/2002

     
 

 

Venedig 2002

Das Image der Lagunenstadt hat viele Gesichter: Touristenstadt, klassisches Handelszentrum, Kulturmetropole, Treffpunkt für Künstler und Aussteiger, Kulisse zahlloser Kinofilme, Schauplatz klassischer und moderner Romane und nicht zuletzt Wohn- und Arbeitsstätte für Einheimische. Der Beitrag versucht herauszufinden, wo die Wirklichkeit endet und die große Illusion von "Venezia" beginnt. Dabei kommen ein Künstler zu Wort, ein Maskenmacher, ein Gondolierebauer, ein Glasbläser, ein Marionettenmacher, und jeder zeigt sein persönliches und unverwechselbares Bild der Stadt.

Ein Film von Helge Weichmann
voraussichtliche Länge: 30 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
gedreht 2002
momentan in der Postproduktion

     
 

 

Reisen in den Film. Filmtourismus in Nordafrika

Die zunehmend mediatisierte Welt ermöglicht es, in Gebiete und Regionen vorzudringen, die bislang keine Landkarte verzeichnen konnte: filmische Phantasien können in der Imagination aufgesucht werden. Filme wie "Star Wars", "Lawrence of Arabia", "The English Patient" oder "Gladiator" sind zu großen Teilen in Marokko und Tunesien gedreht worden. Diese Publikumserfolge werden mittlerweile gezielt genutzt, um das touristische Portfolio auszubauen. Welche Zuschreibungen bekommen die einzelnen Orte? In welcher Art und Weise werden die dort entstandenen Produktionen eingesetzt? Anhand einiger Beispiele wird verdeutlicht, welche Entwicklungen und Strategien sich in diesem Nischensegment beobachten lassen und welche Auswirkungen auf die lebensweltlichen Drehorte zukommen.

Ein Film von Helge Weichmann und Stefan Zimmermann
Länge: 7.00 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
Produktion: 2000/2001

     
 

 

Der Dallal

Der Dallal ist Teil eines alten Händlersystems in Nordafrika. Im Vordergrund steht dabei die Vermittlung von Waren und Rohstoffen: der Produzent will seine Güter an einen Verarbeiter verkaufen, der Verarbeiter will seine Produkte wiederum an den Endverkäufer weitergeben - und das alles möglichst schnell und zu fairen Konditionen. Hier greift der Dallal ein: als Vertrauensmann ist er in diese Wertschöpfungskette integriert, kennt alle Qualitätsstufen und alle Preise und sorgt auf diese Weise dafür, daß Rohstoffe und Endprodukte zur rechten Zeit am rechten Ort sind und alle Beteiligten eine angemessene Bezahlung erhalten. Der Beitrag erläutert das Dallal-System am Beispiel der Babouchen, der typischen nordafrikanischen Lederpantoffeln, und verfolgt den Weg der Ware vom Rohleder über Gerber, Färber und Schuhmacher bis hin zum Endverkäufer im Souk.

Ein Film von Helge Weichmann und Stephanie Schimo
Länge: 10 Minuten
Ton: Atmo
Produktion: 2001/2002

     
 

 

Welterbe Mittelrhein. Vom Natur- zum Kulturraum

Der Messebeitrag zeigt einige natur- und kulturgeographische Bereiche des Weltkulturerbes Mittelrheintal. Dieser Abschnitt des Rheins zwischen Bingen und Koblenz präsentiert nicht nur historische Stadtbilder, steile Weinlandschaften und schroffe Schieferfelsen. Auch die problematischen Seiten der Schifffahrt, des Güter- und Personenverkehrs und des Tourismus werden thematisiert.
Neben den kulturhistorischen Orten (Bacharach, Marksburg, Loreley, Germania und Deutsches Eck), die diese Landschaft einzigartig und schützenswert machen, spricht dieser Beitrag aber auch die Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung mit und durch den Bürger an.

Ein Film von Holger Stangner
Länge: 5.10 Minuten
Ton: Sprecher/Musik
Produktion: 2002

     
 

 

Oued Laou. Ein Landmarkt in Marokko

Ein Streifzug über einen ursprünglichen Landmarkt im Nordosten Marokkos. Frei von touristischer Beeinflussung werden hier einmal pro Woche Waren aller Art feilgeboten: Früchte, Gemüse, Gewürze, Töpferwaren, Kleider, Teppiche, aber auch Frischfleisch und lebende Tiere wie Schafe, Ziegen und Hühner. In den Außenbereichen des Marktes finden gesellschaftliche Aktivitäten statt: ein Teezelt lädt zum Verweilen ein, Garküchen bieten Leckereien an, und die Kinder beschäftigen sich mit Torwandschießen.

Ein Film von Helge Weichmann
Länge: 5.00 Minuten
Ton: Atmo
Produktion: 1999/2000

     
 

 

Taumel des Seins. Der Jemaa el Fna in Marrakech

Der Jemaa el Fna, der "Platz der Geköpften", ist eine zentral gelegene Freifläche am Rand der Altstadt von Marrakech. Der Platz erscheint tagsüber heiß und leer, erst am Nachmittag erwacht er zum Leben. Dann verwandelt sich der Jemaa el Fna in eine gigantische Freiluftbühne für Gaukler, Akrobaten, Schlangenbeschwörer und rauchende Garküchen. Bis spät in die Nacht pulsiert hier das Leben, und sowohl Touristen als auch Einheimische können sich der Faszination dieser Formen, Farben, Geräusche und Gerüche kaum entziehen. Der Beitrag zeigt das Unterhaltungs- und Tanzspektakel, aber auch die ruhigeren Seiten des Platzes, zum Beispiel den Geschichtenerzähler.

Ein Film von Helge Weichmann
Länge: 4.00 Minuten
Ton: Atmo
Produktion: 2001/2002

     
 

 

 

Tanzen für Allah. Die Söhne des Sidi Ahmed ou Moussa

Die Tänzergruppen der "Ouled Sidi Ahmed ou Moussa" sind fahrende Akrobaten, die quer durch Marokko reisen und ihre religiös tradierten Tänze auf Volksfesten und Märkten aufführen. Doch die junge Generation der Tänzer will nach Europa, um dort in großen Zirkusunternehmen Fuß zu fassen – so wie in den 20er Jahren, als die "Fliegenden Menschen" in allen großen Varietés zuhause waren. Der Beitrag folgt den Akrobaten von Tanger bis in die Prä-Sahara und besucht das Grabmal des Sidi Ahmed ou Moussa, des Heiligen, der die Tänze als Gotteslob ins Leben gerufen hat. Dazu kommen Bilder aus Frankreich, wo eine der Gruppen auf einem Kulturfest auftritt, Bilder aus London, wo der letzte große Impresario seinen Ruhesitz hat, und Bilder aus Deutschland, wo beim Circus Althoff die "Cherifian Troupe" den Sprung nach Europa geschafft hat.

Ein Film von Helge Weichmann
voraussichtliche Länge: 30 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
gedreht 1999/2000/2001
momentan in der Postproduktion

     
 

 

Sacred Spaces in North Africa

Die "Sacred Spaces", die "heiligen Räume", sind in erster Linie Grabstätten von Heiligen der islamischen Welt, die sogenannten Marabus. Diese Gräber, ummauert und mit einem Kuppeldach versehen, befinden sich oft an Schnittstellen zwischen Räumen und Elementen, zum Beispiel am Meeresufer oder vor Bergketten. Damit symbolisiert die Räumlichkeit bereits den Übergang von der Immanenz zur Transzendenz - von der weltlichen in die geistliche Sphäre. Der Film zeigt ausgewählte Marabus der nordafrikanischen Welt und erläutert die Zusammenhänge zwischen lebensweltlicher und symbolischer Wirklichkeit.

Ein Film von Helge Weichmann
voraussichtliche Länge: 10 Minuten
Ton: Sprecher/Atmo
gedreht 1999/2001
momentan in der Postproduktion

     
 

 

Brasilien 2004 (Arbeitstitel)

Ein geographischer Filmbericht führt durch den südlichen Teil des riesigen Landes. Hier scheint Europa näher zu sein als das "klassische" Südamerika, hier halten Heimatmuseen, Trachtenvereine und Tanzgruppen die Erinnerung an die aus Europa eingewanderten Großeltern wach. Doch Tradition wird nicht gleichgesetzt mit erstarrten Riten - die lebendige Vergangenheit ist untrennbar verknüpft mit sinnlicher und fassbarer Lebensfreude. Darüber hinaus zeigen landschaftliche und touristische Landmarken wie die Wasserfälle von Iguacu oder die pulsierende Metropole Rio de Janeiro, auf welche Weise Brasilien sein eigenes Image definiert und vermarktet - und wo soziale Gerechtigkeit dabei auf der Strecke bleibt.

Ein Film von Helge Weichmann
voraussichtliche Länge: 30 Minuten
Ton: Sprecher
gedreht 2004
momentan in der Postproduktion